Welt-Aids-Tag am 1. Dezember

von Dr. Grit Hantzsche

© Juan Gärtner

Seit nunmehr 30 Jahren steht der 1. Dezember ganz im Zeichen von Aids. Aber immer noch werden viele Kranke ausgegrenzt. Der Bundesverband der Zahnmedizinstudenten in Deutschland (BdZM) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) weisen anlässlich des Welt-Aids Tages darauf hin, dass die meisten Sorgen vor einer eventuellen Übertragung von HIV, HBV oder HCV im Praxisalltag unbegründet sind. Beide Organisationen stellen für Zahnmedizin Studierende Informationsmaterial zur Verfügung, das die meistgestellten Fragen beantwortet: Einen Youtube-Film sowie eine Kurzbroschüre, die gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) realisiert wurden.

Aktuelle Zahlen

Etwa 88.400 Menschen lebten Ende 2016 mit HIV in Deutschland. Rund 3.100 Menschen infizierten sich neu mit dem Virus. Bei einer guten medikamentösen Einstellung und vor allem, wenn die Infizierung schnell erkannt wird, können Patienten heute ein weitgehend normales Leben führen, Familie und Kinder haben.

Im Jahr 2016 erkrankten in Deutschland 1.100 Menschen an Aids oder einem schweren Immundefekt, obwohl es vermeidbar gewesen wäre: Sie wussten jahrelang nichts von ihrer Infektion, erfuhren erst durch die schwere Folgeerkrankung davon. Zurzeit leben in Deutschland nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts 12.700 Menschen unwissentlich mit HIV. Viele scheuen den HIV-Test und verdrängen Risiken, weil sie viel zu dramatische Vorstellungen vom Leben mit HIV haben, Ablehnung oder Schuldzuweisungen fürchten. Sie bleiben daher unbehandelt – oft mit schweren gesundheitlichen Folgen. Eine Behandlung würde zugleich die weitere Übertragung von HIV verhindern.

Anders als oft berichtet, sind die Infektionszahlen in Deutschland seit 2006 stabil. Bei Männern, die Sex mit Männern haben, gehen die Zahlen seit Jahren leicht zurück.

Quelle: RKI

Zurück