Allergische Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis und allergische Rhinitis sowie Karies weisen zum Teil ähnliche epidemiologische Trends sowie Risikofaktoren auf. Beide Krankheitsbilder belasten die Lebensqualität der Betroffenen spürbar und verursachen hohe Kosten im Gesundheitssystem. Daher untersuchte ein Forschungsteam aus China potenzielle Zusammenhänge und mögliche kausale Beziehungen.
Im Rahmen eines systematischen Reviews sowie einer Metaanalyse durchsuchten die Forschenden Fachdatenbanken wie PubMed, Embase und die Cochrane Library. Insgesamt 60 Studien, die bis Mitte Juni 2025 erschienen waren, mit rund 344.000 Teilnehmenden aus 22 Ländern bildeten die Datengrundlage. Zur Ermittlung kausaler Effekte führten die Wissenschaftler ergänzend eine genomweite Assoziationsstudie mittels Mendelscher Randomisierung durch. Dabei handelt es sich um ein wissenschaftliches Verfahren in der Genetik, um statistische Zusammenhänge zwischen bestimmten genetischen Varianten und phänotypischen Merkmalen festzustellen.
Bei Personen mit Asthma zeigt sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang mit einem höheren Kariesrisiko (OR = 1,44; 95 %, KI: 1,17 – 1,76). Hinsichtlich des Zahnstatus wiesen Betroffene im Durchschnitt mehr kariöse, fehlende oder gefüllte bleibende Zähne auf (MD = 0,92; 95 %, KI: 0,32 – 1,52). Die Mendelsche Randomisierung wies zudem auf eine mögliche Kausalität hin (OR = 1,09; 95 %, KI: 1,02 – 1,17).
Auch bei Neurodermitis (Atopische Dermatitis) zeigte sich eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für Karies (OR = 1,09; 95 %, KI: 1,01 – 1,17). Im Zahnstatus zeigten sich tendenziell höhere Werte bei betroffenen bleibenden Zähnen (MD = 0,06; 95 %, KI: 0,02 – 0,14). Bezüglich der Kausalität ließ sich lediglich ein statistisch nicht signifikanter Trend beobachten (OR = 1,05; 95 %, KI: 0,99 – 1,11).
Bei allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) konnte hingegen kein signifikanter Zusammenhang mit einem erhöhten Kariesrisiko nachgewiesen werden (OR = 1,01; 95 %, KI: 0,86– 1,18).
Bei Allergikern zeigten sich insgesamt höhere Werte bezüglich geschädigter Zahnflächen an den bleibenden Zähnen. Bei den Kennzahlen für das Milchgebiss und bei der Plaquebelastung ergaben sich jedoch keine statistisch signifikanten Zusammenhänge.