25 Jahre gemeinsam für gesunde Kinderzähne im Land Brandenburg

von Dr. Petra Haak

Festveranstaltung und Fachtagung am 20. September 2018 in Potsdam

Am 23. Juni 1993 wurde die Vereinbarung zur Förderung der Gruppenprophylaxe gemäß § 21 SGBV im Land Brandenburg unterzeichnet. Das 25-jährige Jubiläum war Anlass, am 20. September 2018 auf der von Frau Dr. Gudrun Rojas moderierten Festveranstaltung und Fachtagung im „Potsdam Museum“ Bilanz zu ziehen und die maßgeblichen Akteure zu würdigen.

Vor mehr als 100 Gästen, unter ihnen die Teams der Zahnärztlichen Dienste, Vertreter der Gesundheitsbehörden und Krankenkassen sowie anderer Institutionen, wurde verdeutlicht, welch hervorragende Entwicklung die Gesundheit der Kinderzähne im Land Brandenburg genommen hat. Während vor 25 Jahren nur 37 % der 12-Jährigen naturgesunde Zähne hatten, können heute 76 % dieser Altersgruppe mit gesunden Zähnen durchs Leben gehen. Einen großen Anteil an diesem Erfolg hat die flächendeckende gruppenprophylaktische Betreuung durch die Zahnärztlichen Dienste der Landkreise und kreisfreien Städte. Über die positive Entwicklung der Mundgesundheit informiert der anlässlich des Jubiläums vom Gesundheitsministerium herausgegebene Gesundheitsbericht „25 Jahre gemeinsam für gesunde Kinderzähne“.

Herr Dr. Ulrich Widders, Referatsleiter für den Öffentlichen Gesundheitsdienst im Gesundheitsministerium, wies auf die Entwicklung verlässlicher Strukturen der Gruppenprophylaxe im Land Brandenburg hin. Er hob die Leistungen der Teams der Zahnärztlichen Dienste insbesondere für die flächendeckende zugehende kariespräventive Betreuung der Kinder und Jugendlichen im Land Brandenburg hervor und dankte ihnen, dem Beirat für Zahngesundheit und dem Büro der zahnärztlichen Gruppenprophylaxe für ihre Arbeit.

Herr Jürgen Herbert, Präsident der Landeszahnärztekammer Brandenburg, erinnerte an den Tag der Unterzeichnung der Vereinbarung und brachte Frau Dr. Gudrun Rojas, die maßgeblich zum Aufbau und zur Entwicklung der Brandenburger Gruppenprophylaxe beigetragen hat und seit 1993 den Öffentlichen Gesundheitsdienst im Beirat für Zahngesundheit der Landeszahnärztekammer vertritt, eine besonders hohe Wertschätzung entgegen.

Die Regionalvertreterin Berlin und Brandenburg des BKK Landesverbandes Mitte für die Verbände der Krankenkassen, Frau Daphne Bongardt, würdigte die Leistungen aller Akteure der Gruppenprophylaxe im Land Brandenburg und sprach den Dank der Verbände der Krankenkassen aus. Sie sicherte den anwesenden Kolleginnen und Kollegen aus den Zahnärztlichen Diensten die weitere finanzielle Unterstützung der Krankenkassen bei der Umsetzung der gruppenprophylaktischen Maßnahmen zu.

Herr Stefan Pospiech, Geschäftsführer von Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. als Träger des Büros der zahnärztlichen Gruppenprophylaxe, hob das große Engagement der Koordinatorin des Büros, Frau Bettina Bels, für ihren Aufgabenbereich sowie die gelebte Vernetzung des Büros der zahnärztlichen Gruppenprophylaxe mit den unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung in Berlin und Brandenburg tätigen Personen und Institutionen hervor.

Herr Steffen Hampel, Vorsitzender des Verbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes der Länder Brandenburg und Berlin und Leiter des Gesundheitsamtes Märkisch-Oderland, würdigte ebenfalls die Strukturen der Gruppenprophylaxe im Land Brandenburg und die Leistungen der Zahnärztlichen Dienste. Mit einer beispielhaften Aufzählung gegenwärtiger Kindernamen brachte er die aktuellen Herausforderungen, vor denen die Teams der Zahnärztlichen Dienste hinsichtlich der kariespräventiven Betreuung von Kindern aus Familien in schwierigen Lebenslagen oder mit Migrationshintergrund stehen, zum Ausdruck.

tl_files/bzoeg/redaktion/bilder/aktuelles/2018/Prof. Stefan Zimmer.jpg

Prof. Dr. Stefan Zimmer, Universität Witten/Herdecke (Foto: Reinhardt & Sommer)

Festredner Prof. Dr. Stefan Zimmer (Universität Witten/ Herdecke) stellte die im „prophylaxe impuls“ Heft 3/2018 veröffentlichten wissenschaftlich aufgearbeiteten Erhebungen aus 24 Schuljahren vor. Sie zeigen, dass sich die Mund- und damit die Kindergesundheit im Land Brandenburg positiv entwickelt hat. Die regelmäßige flächendeckende gruppenprophylaktische Betreuung mit ihrem sozialkompensatorischen Charakter, die die Kinder in ihrer Lebenswelt erreicht, hat dazu beigetragen. Die Vermeidung der frühkindlichen Karies gelingt durch interdisziplinäres und vernetztes Handeln. Er wies auf das aus der Brandenburger Gruppenprophylaxe hervorgegangene Präventionsprogramm „Kita mit Biss“ hin und die über die Brandenburger Landesgrenzen hinausgehende Ausstrahlung dieses fachübergreifenden Aufklärungs- und Ernährungsprogramms zur Schaffung eines mundgesundheitsförderlichen Kita-Alltags.

tl_files/bzoeg/redaktion/bilder/aktuelles/2018/Hans-Juergen Haak, Ginko-Stiftung.jpg

Hans-Jürgen Haak, Ginko-Stiftung für Prävention (Foto: Reinhardt & Sommer)

Mit dem Fachvortrag „Motivierende Gesprächsführung in der Gruppenprophylaxe“ fand die eindrucksvolle Jubiläumsveranstaltung einen informativen und anregenden Abschluss. Herr Hans-Jürgen Haak von der Ginko Stiftung für Prävention erläuterte in seinem Vortrag, mit welchen Techniken und Prinzipien der Gesprächsführung Eltern und Multiplikatoren zu positiven Verhaltensänderungen motiviert werden können.

Weitere Informationen unter www.brandenburger-kinderzaehne.de.

Zurück