Willst du wissen wie es einem Teenager geht? Schau ihm in den Mund!

„Die Mundgesundheit eines Teenagers bietet ein Fenster in sein allgemeines Wohlbefinden.“ Co-Autor Dr. Cora Collette Breuner, Professorin für Pädiatrie am Seattle Children's Hospital.

Die AAP hat zwei neue Fachberichte veröffentlicht, in denen sie die Bedeutung der Mundgesundheit im Jugendalter hervorhebt. Die AAP empfiehlt Kinderärztinnen und -ärzten, bei Routineuntersuchungen auch nach Schmerzen, Zahnfleischbluten, Mundtrockenheit sowie Veränderungen der Ess- und Trinkgewohnheiten zu fragen. Karies gehört weiterhin zu den häufigsten Mundgesundheitsproblemen bei Jugendlichen. Sie ist eng mit dem Konsum zuckerhaltiger Getränke, unzureichender Mundhygiene, unregelmäßigen Zahnarztbesuchen und bereits im Kindesalter aufgetretener Karies assoziiert. Die Mundgesundheit von Jugendlichen kann sich unmittelbar auf den Schulbesuch, die allgemeine Gesundheit, soziale Kontakte und die Lebensqualität auswirken. Indem Jugendliche frühzeitig gute Mundhygienegewohnheiten entwickeln, schaffen sie die Grundlage für eine bessere Gesundheit im Erwachsenenalter. Als wichtigste Präventionsmaßnahmen empfiehlt die AAP das zweimal tägliche Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide und eine ausreichende Fluoridexposition. Die Mundgesundheit eines Jugendlichen biete einen Einblick in seinen allgemeinen Gesundheitszustand, erklärte Cora Collette Breuner, Erstautorin des begleitenden technischen Berichts. „Als Kinderärztinnen und Kinderärzte können wir möglicherweise chronische Erkrankungen erkennen, die sich frühzeitig durch Veränderungen der Mundgesundheit bemerkbar machen, oder Erkrankungen feststellen, die eine sofortige zahnärztliche Behandlung erfordern. Darüber hinaus können wir Jugendliche darüber beraten, wie sie Verletzungen beim Sport und bei Freizeitaktivitäten vorbeugen können, beispielsweise durch das Tragen eines gut angepassten Mundschutzes.“ Kinderärztinnen und Kinderärzte können im Rahmen der Vorsorge auch regelmäßig Risiken für die Mundgesundheit erfassen, die mit bestimmten Verhaltensweisen im Jugendalter zusammenhängen. Dazu gehören Nikotinkonsum, Vaping, Cannabiskonsum, Alkoholkonsum, der Konsum illegaler Drogen sowie ungeschützter Geschlechtsverkehr. Diese Verhaltensweisen können mit unterschiedlichen Risiken für die Mundgesundheit einhergehen, darunter Karies, Zahnfleischerkrankungen, orale Infektionen und Mundhöhlenkarzinome.

Die AAP weist in ihrem Bericht außerdem darauf hin, dass der Zugang zur zahnmedizinischen Versorgung weiterhin eine zentrale Herausforderung darstellt. Jugendliche in Pflegefamilien, von Wohnungslosigkeit betroffene Teenager, Jugendliche im Jugendstrafrechtssystem, junge Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchtete und Jugendliche mit besonderen medizinischen Versorgungsbedürfnissen sind häufig stärker von Mundgesundheitsproblemen betroffen und haben gleichzeitig einen eingeschränkten Zugang zu entsprechenden Versorgungsangeboten.

Die AAP empfiehlt deshalb, die Zusammenarbeit zwischen medizinischen und zahnmedizinischen Leistungserbringern zu stärken. So könnten Kinderärztinnen und -ärzte dazu beitragen, Probleme früher zu erkennen und die gesundheitliche Versorgung zu verbessern.

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